Martin Hakan Weigl - Gesellschaftskritische Kunst von Martin Hakan Weigl

Über die Arbeit

„Kunst dient nicht dazu der Welt zu entfliehen, sondern diese besser zu verstehen.“ beschreibt am besten die Kunstauffassung sowie den Leitfaden in den Werken von M. H. Weigl - die Reflexion über die Gesellschaft, uns Menschen, das eigene Ich. Ohne Belehrungen, erhobenen Zeigefinger oder Moralpredigten, sollte Kunst ein Bild unserer Situation wiedergeben, den Spiegel vorhalten, Fragen aufwerfen oder Denkanstöße geben.

Waren die Arbeiten bisher geprägt von plakativer und naiver Gestaltungsweise, sowie oftmals überbordenden und narrativen Bildinhalten, war ein anderer Aspekt das Spiel mit dem Zufall/Unbewussten. Komposition, Figuren, Flächen, Inhalte abwechselnd zu konstruieren und zu destruieren. Diese Arbeits- und Darstellungsweise entwickelte sich unter dem Eindruck einer sich in einem immer rasanteren Tempo weiter drehenden Welt, während wir in einer näher rückenden Gesellschaft leben, geprägt von Kurzweiligkeit, Sensationsgeilheit, Trivialem, Erbarmungslosigkeit, Anonymität, Aggressivität, Geld, Angst. In einer Welt voller Widersprüche, durch und durch technisiert, voller Menschen, die sich keine andere Welt mehr vorstellen können, die sich diesem Aussehen angepasst haben.

Seit Ende 2015 haben sich die Gemälde gewandelt. Die früheren abstrakten, flächigen oder grafischen Darstellungen wichen einer malerischen Tiefe und realistischeren Darstellungsweise. Bildinhalte erscheinen nicht mehr plakativ, überbordend und laut, sondern immer subtiler, reduzierter und fokussierender. Die Reflexionen über sich selbst und die Gesellschaft, aber auch die Frage welche Ästhetik überwiegt (Schönheit, Belanglosigkeit, Angst?) führen zu Veränderungen in der Bildsprache, einer reduzierten Darstellung sowie eher düsteren Grundstimmung.

Die Motive, die nicht viel von sich preisgeben, haben in der Regel keine realen Vorlagen, sondern sind erdacht und wirken teilweise wie von der Romantik inspiriert. Vergänglichkeit und Einsamkeit sind hierbei immer wiederkehrende Themen. Im Blickpunkt steht auch die Frage nach unserer Zukunft, das Ungeschehene, das im Dunkeln liegt...könnte diese Zukunft aber auch selbst dunkel werden? Das eigene Verhalten und die Fähigkeit, wie auch Bereitschaft sich zu ändern werden darüber mitentscheiden.

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